Pflanzen der Dachbegrünung

 

Die Natur holt sich verloren gegangenen Lebensraum wieder zurück. Selbst kahle Kiesdächer werden über Jahre hinweg von Moosen und Sedum-Pflanzen, später von Weiden und Birken bewachsen.
Bei einer gezielten Dachbegrünung werden geeignete Pflanzenarten über Saatgut oder Pflanzungen aufs Dach gebracht mit dem Ziel, die komplette Fläche grün zu bekommen. In Abhängigkeit der Höhe des Dachsubstrates etablieren sich bestimmte Vegetationsformen. Ist der Aufbau sehr niedrig (etwa 5 cm), so überleben auf Dauer meist nur Sedum-Arten und Moose. Bei sieben bis zehn Zentimeter Aufbauhöhe kommen verschiedene Kräuter dazu, die aus auch dem Steingarten bekannt sind: Karthäusernelke, Schnittlauch, Origanum, Färberkamille, Wiesen-Magerite. Ist der Aufbau mit 15 cm noch höher und an der Grenze, was man als „extensive“ Begrünung bezeichnet, überwiegen höhere Blütenpflanzen und Gräser.

 

 

Unser Pflanzenquartett zeigt Ihnen spielerisch die wichtigsten 24 Pflanzen zur extensiven Dachbegrünung. Hier ansehen


Die Pflanzen, die bei Extensivbegrünungen vorgesehen sind, haben eines gemeinsam: sie sind trockenheitsverträglich und frostunempfindlich. Das heißt sie kommen mit wenig Wasser aus, können sich in Hitzeperioden zurückziehen und nach der Hitze wieder frisch austreiben und vertragen auch den Frost im Winter, wenn der komplette Gründachaufbau durchfriert. Etwa 40 Pflanzenarten, die sich in den letzten Jahrzehnten bei Extensivbegrünungen als geeignet bewährt haben, sind als Saatgut oder Flachballenstauden im Fachhandel gut verfügbar. Damit kann der Gründach-Liebhaber Arten-Kompositionen zusammenstellen, die sich sehen lassen können: sortiert nach Blütenfarben rot, gelb, blau, weiß oder eine bunte Mischung, die von April bis Oktober fast ständig eine Art blühen lässt.

 

Bei den Intensivbegrünungen, die viel höhere Substratschichten haben, sieht es von der Pflanzenauswahl ähnlich wie im normalen Garten aus. Es muss nur darauf geachtet werden, dass Arten verwendet werden, die wenig empfindlich gegen Trockenheit, Wind und Frost sind.So lassen sich Traumgärten in luftiger Höhe schaffen, die im wahrsten Sinne als Oase anzusehen sind.

 

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Vegetationsaufbringung

Die Pflanzen können auf verschiedene Art und Weise auf das Dach gebracht werden. Die Art der Vegetationsaufbringung richtet sich nach den Kosten und wie schnell das Dach grünen und blühen soll. In der Regel sind die Monate April-Juni und September-November für die Vegetationsausbringung gut geeignet. In den anderen Monaten besteht ein erhöhter Pflegeaufwand bzw. ein höheres Ausfallrisiko. Ob und wie sich die Vegetation etabliert und ausbildet, hängt sehr stark von der Fertigstellungs- und Entwicklungspflege ab.

 

Trockenansaat

Das Verfahren kommt meist bei kleineren Extensivbegrünungen zum Einsatz. Dabei werden etwa 1 g/m² Saatgut und etwa 50 g/m² Sedum-Sprossen per Hand ausgestreut und gut bewässert.

Vor- und Nachteile:

  • Günstige Variante der Vegetationsaufbringung
  • Nach einem Jahr ca. 60-80 % Deckungsgrad
  • Bei kleineren Flächen (unter ca. 800 m²) empfehlenswert
  • Auch nur Sedum-Sprossen-Ansaat möglich, dann mit ca. 70-90 g/m²
  • Abnahme: bei 60%-igem Deckungsgrad





Pflanzung

Bei den Extensivbegrünungen werden vorgezogene Kleinballen-Stauden in das Substrat gepflanzt. Bei Extensivbegrünungen liegt der Bedarf bei etwa 15-20 Pflanzen pro Quadratmeter bei einer Topfgröße von 4-5 cm.
Bei den Intensivbegrünungen richtet sich der Bedarf nach den ausgewählten Pflanzenarten (Stauden und Gehölze) und deren Ballengröße.

 

Vor- und Nachteile:

  • Einsatz bei gestalteten Gründächern, vor allem,
    wenn sie einsehbar sind
  • Nach einem Jahr ca. 60-80 % Deckungsgrad
  • Höhere Kosten als bei Ansaat-Verfahren
  • Abnahme: bei artgerechtem Wachstum
    in der ausgeschriebenen Menge

 

 

 

 

Vegetationsmatten

Vorkultivierte Vegetationsmatten und Fertigrasen mit fertig ausgebildeten Pflanzenarten werden auf das Substrat verlegt und gut gewässert – fertig ist die Begrünung.


Vor- und Nachteile:

  • Vorrangig bei Steildachbegrünungen
  • Sofortiger Flächenschluss
    und komplett grünes Dach mit ca. 90 % Deckungsgrad
  • Fertigrasen ist bei bespielbaren Rasenflächen einer Ansaat
    zu bevorzugen
  • Kostenintensivste Variante der Vegetationsaufbringung
  • Vegetationsmatten mit unterschiedlichen Trägereinlagen:
    verrottbar bzw. unverrottbar.
  • Abnahme: bei 80- (Vegetationsmatten) bzw. 95%-igem
    (Fertigrasen) Deckungsgrad und fester Einwurzelung